Trinkwasser
Eines der größten Probleme der Landbevölkerung Amazoniens ist es, an sauberes Trinkwasser zu kommen. Dabei fließen rund 20 bis 25 % aller Süßwasser auf der Erde im Amazonasgebiet! Doch viele Flüsse sind verschmutzt. Quecksilber von den Goldsuchern, Öl von den Booten und Abwässer von größeren Ansiedlungen und Agro-Betrieben sind einige der Ursachen. Vor allem Kinder und ältere Menschen leiden darunter. Hautausschläge, Durchfall und Wurmerkrankungen sind die Folgen.
Schon seit Jahren unterstützen wir die Dorfbewohner in zwei Regionen beim Bau von Brunnenanlagen. Zum einen in der Region Santarem und zum zweiten in der Region um Curralinho, auf der Marajo-Insel gelegen.. Unsere Ansprechpartner sind in Santarem das Direktorium des Sammler- und Naturschutzgebietes Tapajos/Arapiuns und in Curralinho Vertreter der dortigen landwirtschaftlichen Cooperative sowie die Stadtverwaltung.
Wir arbeiten grundsätzlich mit mehreren Projektpartnern zusammen. Dies u.a. deshalb, weil dadurch gewährleistet ist, daß alle „ihren“ Teil zum Gelingen eines Projektes beizutragen haben. Nur wenn alle mitmachen, ist das Projekt erfolgreich. So ist es Aufgabe der Dorfbewohner, alle Handarbeiten zu verrichten, den Wasserturm zu bauen und die Gräben zum Verlegen der Wasserrohre zu graben. Der Brunnenbauer wird von der Stadtverwaltung der Kreisstadt oder von der Gesundheitsbehörde (Funasa) bezahlt, die Umweltbehörde (IBAMA) bezahlt die Transportkosten und POEMA übernimmt die Kosten für das Material wie Wasserbehälter, Rohre, Solarpumpe und Solarpanele.
Bei den Gemeinde-Versammlungen, die vor Projektbeginn stattfinden, werden die Einzelheiten besprochen, die Aufgaben verteilt und festgelegt, wieviel Real (bras. Währung), die einzelnen Familien monatlich abführen müssen, um die zukünftigen Reparaturen zu bezahlen. In der Regel sind das umgerechnet zwischen 2 und 3 Euro im Monat. Es geht auch darum, daß sich die Familien verständigen, das Wasser möglichst nur zum Trinken und Kochen zu verwenden...alles andere kann, wie bisher, im Fluß gemacht werden. Mit einem großen Fest, bei dem in der Regel alle Bewohner der Gemeinden auf den Beinen sind, werden die Anlagen eingeweiht und ab dem Zeitpunkt ist die Gemeinde für die Anlage, sowie die zukünftigen Reparaturen allein verantwortlich. Deshalb ist es sehr sinnvoll, daß von jeder Gemeinde eine Personen an den von uns angebotenen Solarkursen teilnimmt.
Wasser – Gedanken
Ich gehe am Samstag Vormittag durch eine schwäbische Kleinstadt
...und sehe Männer mit Putzlumpen die mit Trinkwasser Autos waschen
...und sehe Frauen die mit Trinkwasser Blumen- und Gemüsebeete gießen
...und sehe Sportler die mit Trinkwasser Tennisplätze besprengen
...und sehe mit Trinkwasser betriebene Autowaschanlagen
...und sehe Stadtgärtner, die mit Trinkwasser Bäume bewässern
Ich frage mich dann, warum das Trinkwasser eigentlich Trinkwasser heißt. Es trinkt doch niemand. Es wird doch hauptsächlich benutzt zum Putzen, zum Gießen, zum Waschen.
So wird aus Trinkwasser Putz-, Gieß-, und Waschwasser. Es gibt offensichtlich genug davon. Quellen sprudeln und die Pumpen am Bodensee sind ständig in Betrieb. Es kostet nicht viel. Und was billig ist kann verschwendet werden.
Ich gehe durch ein brasilianisches Dorf in Amazonien
...und sehe Frauen am Fluß die Wäsche waschen und Geschirr spülen
...und sehe Industrie-Abwässer die ungeklärt in den Fluß gelangen
...und sehe Goldsucher, die mit Quecksilber den Fluß verseuchen
...und sehe Kinder die lustvoll baden darin
...und sehe Menschen die es trinken, das Wasser aus dem Fluß
Flusswasser ist Trinkwasser, in den Dörfern am Amazonas. Doch wenn die Flüsse verschmutzt fließen, kommen Krankheiten mit ihnen.
1,2 Milliarden Menschen auf der Welt haben keinen Zugang zu sauberem Wasser.
Wir putzen mit Trinkwasser – andere trinken Putzwasser...
Das sind die Unterschiede...auf unserer „Einen Welt“.